Start

Das Herzensgebet

Kontemplation

Aktuelles

Das Herzensgebet
in Heidelberg

Meditation mit Franz von Assisi

Das Herzensgebet
überregional

Spiritualität in der Schwangerschaft

Vorträge
und Literatur


Was ist das Herzensgebet?

Das Herzensgebet ist eine Form des mantrischen Betens. Wir wiederholen nur ein einziges Gebetswort oder einen Satz. Wir beten dies im Raum des Herzens. Dadurch wird das Herzensgebet zu einem leiblichen Beten, das den ganzen Menschen erfasst. Das Herzenswort ist persönlich. Meist ist es ein Name Gottes oder ein durch Gott offenbarter Name (wie der Name Jesus), manchmal ist es ein Wort aus der Schrift oder aus einem Gebet eines Mystikers. Eine solche Form des Betens im Herzen kennen alle großen Religionen, ein Weg der Erfahrbarkeit Gottes. Derart legt das Herzensgebet eine Grundlage für eine große Ökumene

Auf christlichem Boden gibt es einen reichen Erfahrungsschatz in der Ausübung des Herzensgebetes, eben den christlichen Formen des Herzensgebetes. Der Ursprung geht direkt auf die Weisungen Jesu zurück, der uns ein inniges Beten mit wenigen Worten nahe legt: "betet nicht wie die Heuchler mit vielen Worten …".    Schließlich, im Gleichnis von der Witwe und der Richter, weist er uns an zum "Betet allezeit". Er legt uns immer wieder nahe, in der Einheit mit Gott zu sein. So sagt er, sprechend als der gute Hirte: "Ich und der Vater sind eins". Auf dem Weg mit dem Herzensgebet suchen wir, wie Christus, die mystische Einheit. Wir werden eins mit der Quelle der göttlichen Liebe.

Das Jesus-Gebet

Die bekannteste Form des Herzensgebetes ist das Jesus-Gebet. Es entstand bei den Wüstenvätern und Wüstenmüttern (heute Ägypten), wurde in der Mönchsrepublik auf dem Berg Athos (Griechenland) weiterentwickelt und trat von dort einen Siegeszug an über die russisch-orthodoxe Kirche zu uns. Es gibt auch Traditionen des Herzensgebetes aus Frankreich (Mde Guillon) und aus dem rheinischen Pietismus (Gerhard Teerstegen).

Wie kann das gehen "allezeit beten" ?  Jeder, der darüber nachsinnt, wird feststellen, daß dies durch absichtliches Beten mit Worten nicht möglich ist. Denn sobald wir in unserem Verstand anfangen über etwas nachzudenken oder wir an unsere normale Arbeit gehen, reißt der Gebetsfaden ab. In dem bekannten Buch "Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers" wird uns auf spannende Weise vermittelt, wie das "betet alle Zeit" sich verwirklichen kann. In Romanform wird uns das Jesus-Gebet nahe gebracht. Allerdings wird praktische Anleitung und regelmäßiges Üben mit zu diesem Weg gehören. Wichtig ist die Bereitschaft, einen Zeitraum im Alltag zu schaffen für das innere Gebet. So wird tiefe Erfülltheit immer wieder neu erfahrbar.

 

Früchte und Wirkweise des Herzensgebetes

Das mantrische Beten, als geisterfüllter Klangraum, verbindet uns auf geheimnisvolle Weise mit den Ordnungen Gottes. Unser Bewußtsein und unsere Erkenntnismöglichkeiten erweitern sich. Wir beginnen, uns wie ein Kosmos im Kosmos, als Mikrokosmos im Makrokosmos zu erleben. Dadurch wird unser Ich-Bewußtsein, das Regiertsein durch das Ich, relativiert. Das Ich tritt zurück an den zweiten Platz, das Schöpfen aus dem Göttlichen nimmt immer mehr Platz eins ein. Es fühlt sich an wie ein Schöpfen aus dem Größeren und daraus Geben, wie ein erwartungsfreies Schenken.


Wir erkennen: Die Liebe Gottes ist allezeit da!
Wir beginnen, das Handeln Jesu und seine Weisungen in einem neuen Licht zu sehen.
Das Herzensgebet begünstigt, daß der heilige Geist mir die Schrift erschließt in der für mich ganz persönlichen Bedeutung.
Der erfolgreichste Weg zu Gott ist der ohne Worte.

 Gerhard Krumbach

Liebe regnen lassen
der Liebe nichts in den Weg stellen
Gott ist ewig
das göttliche Geheimnis
zeigt sich
still und fein
schwingend geborgen

Gerhard Krumbach

Bleib bei deiner
Ureigenen
Inwendigkeit
Schnabelgeöffneter
Zart jungbleibender Vogel
Ganz zentral
Wohnstätte mein


Gerhard Krumbach

 

Vieles fällt im Leben leichter, wenn wir mit dem göttlichen Urgrund in uns eins sind: es fällt leichter unsere Mitmenschen zu lieben, zu loben, sie anzunehmen und anzuerkennen; es fällt leichter, die Aufgaben zu tragen und zu verwirklichen, die uns anvertraut sind.

Das Getrenntsein von Gott gilt als die tiefste Ursache des menschlichen Leidens, die größte Trauer des Menschen. Das Herzensgebet ist ein konsequenter Weg, diese Trennung zu überwinden und in der Einheit mit Gott zu sein.